Prinzipalmarkt und Historisches Rathaus
Am Prinzipalmarkt zeigt sich die historische Altstadt von Münster als gewachsene Marktstraße: Giebelhäuser stehen dicht an dicht, Bogengänge fassen die Fassaden und der Straßenraum führt zum Historischen Rathaus. Wer durch die Arkaden geht, bewegt sich mitten durch das heutige Stadtzentrum, in dem Handel, Wege und Geschichte zusammenkommen. Für einen ersten Eindruck gehen Sie die Häuserzeile entlang und nehmen Sie sich Zeit für die unterschiedlichen Giebel, die seitlichen Ansichten und die Bogengänge.
Der Markt entstand zwischen 1050 und 1100 östlich der Domburg, an der damals so bezeichneten Kölnischen Straße. Über Jahrhunderte war er ein Ort des Austauschs: Händler brachten Waren aus dem Münsterland und aus weit entfernten europäischen Regionen nach Münster. Die historische Warenvielfalt reichte von regionalem Vieh, Käse und Fisch bis zu Pelzen, Tuchen und Metallwaren aus dem Fernhandel. Die Stadtgeschichte erschließt sich im Zusammenspiel von Fassaden, Lage in der Altstadt, den benachbarten Märkten und der einstigen Rolle als Handelsplatz. Heute ist der Prinzipalmarkt eine zentrale Flanier- und Einkaufsstraße. Seine individuell gestalteten Giebel und durchgehenden Bogengänge geben der Straße ein markantes, abwechslungsreiches Bild.
Ein historisches Stadtbild mit Brüchen
Die heutige Häuserreihe ist zugleich Zeugnis von Zerstörung und Wiederaufbau. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Altstadt schwer beschädigt. Ab 1947 begann der rekonstruierende Wiederaufbau; die Häuser am Prinzipalmarkt entstanden ab 1948 wieder. Dabei orientierte man sich an den historischen Formen und vereinfachte sie. So blieb der städtebauliche Zusammenhang erkennbar, während die Nachkriegsarchitektur eigene Akzente setzte. Gerade dieser Kontrast macht den Gang durch die Straße interessant: Sie sehen eine vertraute historische Silhouette und zugleich eine Gestaltung, die nach dem Krieg neu ausgehandelt wurde.
Die Stadt schützt einzelne Häuser und den Zusammenhang des Straßenraums. Die Denkmalbereichssatzung umfasst im Wesentlichen den Abschnitt zwischen Lambertikirche und Stadthausturm sowie angrenzende Plätze und Einmündungen. Zur Wirkung tragen neben den Giebeln auch Bogengänge, Fassadenmaterialien, Pfeiler und die gewachsene Straßen- und Grundstücksstruktur bei. So tritt der Prinzipalmarkt als zusammenhängendes Ensemble mit geschützten architektonischen Details und einem überlieferten Stadtgrundriss hervor.
Das Rathaus und der Friedenssaal
Am Prinzipalmarkt steht das gotische Historische Rathaus aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Es wurde als Verhandlungsort des Westfälischen Friedens bekannt, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete. Im Friedenssaal wurde am 15. Mai 1648 der Spanisch-Niederländische Frieden feierlich beschworen. Der Friedenssaal bewahrt historische Ausstattungsstücke und erinnert mit Porträts der Gesandten an die Verhandlungen. Rathaus und Stadtweinhaus bilden gemeinsam mit den Nachbarhäusern die für den Prinzipalmarkt typische Säulenfassade. Nach der Kriegszerstörung wurde auch der Saal originalgetreu wiederaufgebaut.
Beim Innenbesuch begegnen Sie einem Raum, der mit diesem konkreten Friedensschluss verbunden ist. Der Friedenssaal kann besucht werden; Führungen sind möglich. Der Altstadtgang lässt sich zu weiteren Kulturorten fortsetzen: Wählen Sie einen nächsten Halt aus den Museen in Münster. Wenn Sie Münster um ein Ziel im Umland ergänzen, lässt sich der Tagesausflug mit einer Einkehr verbinden; regionale Anregungen bieten die Restaurants im Münsterland.